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TERRA LIMES - Teaser | Kurzfilm

Aktualisiert: 21. Jan.

Vor genau 10 Jahren habe ich auf der sonnigen Insel Fuerteventura einen Teaser frei interpretiert nach der Kurzgeschichte "Terra Incognita" des russischen Schriftstellers Vladimir Nabokov gedreht, ein Teaser, der am Ende doch eine Art Kurzfilm geworden ist, weil soviel Material zusammenkam. Nabokov ist einer meiner Lieblingsschriftsteller und ich mochte ihn während des Slawistik-Studiums neben Gogol am liebsten, vor allem das Surreale bis Absurde in seinen Kurzgeschichten.


Bevor ich allerdings auf die einigermaßen verrücke Idee einer Eigenproduktion auf einer kanarischen Insel gekommen bin und mir dafür ausgerechnet eine Buchverfilmung, deren Inhalt überdies intellektuell schwer fassbar ist, ausgesucht habe, schrieb ich schon einige Jahre Drehbücher und war auch viel auf verschiedenen Drehs hauptsächlich als Setfotografin (aber auch in anderen Funktionen, etwa als Co-Produzentin) unterwegs. Filmluft hatte ich also bereits geschnuppert. Aber würde das für eine eigene Produktion reichen, wobei ich mir auch noch vorgenommen hatte, selbst Regie zu führen? Aus heutiger Sicht würd ich sagen vielleicht, damals bin ich mit einer gewissen Sorglosigkeit an die Sache herangegangen, ähnlich Gregson, Vallier und Cook.


Der Dreh hat etwa eine Woche auf der Insel gedauert, dazu kam noch ein Drehtag in Hamburg und noch zwei, drei Tage Postproduktion. Sämtliche Kosten habe ich aus eigener Tasche beglichen, denn es war eine No-Budget-Produktion. Flüge, Unterkunft, Verpflegung, Auslandsversicherung, Ausstattung, Technik etc. pp. - da kamen doch einige Tausender zusammen. Ich musste naturgemäß so einige auch negative Erfahrungen sammeln, aber am Ende hat doch alles dank der wunderbaren Menschen, die dabei mitgemacht haben, geklappt. Diesen Menschen habe ich den fertigen Film schlussendlich zu verdanken. Auch wenn ein Film immer das Ergebnis von Teamwork ist, muss ich sagen, dass man auch arges Pech haben kann. Diese Crew war jedenfalls immer voll dabei, auch wenn sie schlussendlich nur für einen Credit in der gleißenden Sonne geackert hat.


Aber warum eigentlich Fuerteventura? Na ja, die Story spielt in einem Dschungel. Deshalb war zunächst Costa Rica oder ein ähnliches Land mit Regenwald mein Ziel, aber das wäre denn doch zu abenteuerlich geworden. Wie der Zufall es aber wollte, wurde ich als Setfotografin gebucht für einen Film, der auf der Insel Fuerteventura spielen sollte. Aus dem Film ist zwar mangels Budget dann doch nichts geworden, aber ich habe mich in die Insel schockverliebt. Ein Zustand, der im Übrigen bis heute andauert und mich fast schon zwanghaft dazu bringt, die Insel im Jahresrhythmus für mehrere Monate oder zumindest Wochen zu besuchen, herumzufahren und Fotos zu schießen. Hier waren denn auch alle Location, die dem Film die nötige Atmosphäre verleihen sollten, auch wenn man auf dieser wüstenartigen Insel einen Regenwald nicht finden wird.


Kurz zur Story: Drei Männer (Vallier, Gregson und Cook) gehen in den 30er Jahren auf eine Expedition in einem Teil der Welt, den noch kein Mensch vorher betreten hat, um seltene Schmetterlinge zu fangen. Deshalb auch der Titel "Terra Limes", den ich allerdings vom Originaltitel "Terra Incognita" abgewandelt habe, da ich mehr das Limitierende als das Unbekannte als Hauptgrund für das Scheitern interpretiere. Und natürlich geht bei dieser Unternehmung alles schief, was schief gehen kann. Zunächst werden die drei noch von Einheimischen begleitet, die dann aber aus Angst vor dem Unbekannten davonlaufen. (In Ermangelung von Darstellern konnte ich diesen Teil leider nicht filmisch darstellen.)


Dann wird der Held (Vallier) sehr krank und beginnt zu halluzinieren. Am Ende weiß er nicht, wo er sich befindet. Ist er im Dschungel mit zwei anderen Männern (Gregson und Cook), die sich an die Gurgel gehen, oder liegt er im Delirium in einem Krankenhaus und fantasiert vom Dschungel. Und was ist dieser Dschungel überhaupt? Das Ganze geht natürlich nicht gut aus und ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Es gibt kein Happy-End, was für den einen oder anderen Betrachter ziemlich frustrierend sein dürfte. Alle sterben. Ja, ja. Oder doch nicht? Aber schaut selbst, es sind nur 10 Minuten:



Wenn du es bis hierhin geschafft hast, gelesen und geschaut hast, dann interessiert dich vielleicht die Original-Erzählung von Nabokov (der im Übrigen auch Lolita geschrieben hat) und du möchtest diese lesen? Falls ja, schreibe mir eine Mail und ich schicke sie dir zu.


Sonnige Grüße, Lydia

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